Martin Neukomm der Jungen Grünen lebt nahe an der 2000-Watt-Gesellschaft
Vorname, Name: Martin Neukom
Wohnort, Lebenssituation: Winterthur
Beruf: Ingenieur
Engagement in Nachhaltigkeit: Co-Präsident der Jungen Grünen Schweiz
Wann haben Sie angefangen, sich für Nachhaltigkeit besonders zu interessieren? Warum?
Ich hatte mich schon als Kind für Nachhaltigkeit interessiert. Damals natürlich auf einem anderen Niveau. Mich faszinieren Kreislauf-Prozesse, weil sie auf lange Zeit funktionieren. Deshalb müssen wir unsere Wirtschaft in eine Kreislaufwirtschaft transformieren, die auf lange Zeit funktioniert ohne den Planeten zu zerstören. Die Kreislaufwirtschaft verwendet Resourcen immer wieder anstatt sie zu verbrauchen.
Wie nahe an der 2000-Watt-Gesellschaft leben Sie persönlich?
Noch weit davon entfernt (über 5‘000)
Auf halbem Weg (3 – 5‘000)
Nahe dran (2 – 3‘000)
Ich weiss es nicht
Können wir Dank technischen Innovationen ihren Standard halten oder glauben Sie, dass wir uns einschränken müssen?
Mit einer resourcen-schonenden Technologie wird nicht alles bleiben wie bisher. Das heisst aber nicht, dass wir uns einschränken müssen. In Städten der Zukunft wird es beispielsweise gar nicht mehr nötig sein, ein eigenes Auto zu haben. Die Häuser werden keine Heiz-Energie mehr benötigen, sondern mit Solarstrom gar noch zusätzliche Energie produzieren. Dazu braucht es aber nicht nur technische Innovationen sondern auch politische Entscheide.
Welche Chancen sehen Sie in einer Veränderung der Gesellschaft?
Unsere Gesellschaft ist sehr fixiert auf Erwerbstätigkeit und Konsum. Wenn wir im Sterbebett liegen, werden wir kaum sagen: "Ich hätte mehr arbeiten sollen und hätte ich doch mehr konsumiert." Wirtschaft ist nicht unwichtig, aber wir vergessen dabei viele andere Dinge. Über Nachhaltigkeit nachzudenken, ergibt die Chance darüber nachzudenken, wie wir unser Leben verbessern können. Zum Beispiel mit mehr Freiraum, Flexibilität, Entfaltungsmöglichkeiten, Kultur, usw.
Auf welchen „Luxus“ verzichten Sie nur ungern und wo fällt es Ihnen leichter (Reisen, Mobilität, günstige im Ausland hergestellte Produkte, importierte Lebensmittel, grosszügiger Raumbedarf etc.)?
Verzicht fällt mir schwer: Mobilität
Darauf könnte ich leicht verzichten: Fleischkonsum
Wie viel würden Sie für ein T-Shirt bezahlen, das sozial und ökologisch nachhaltig hergestellt wurde?
30 CHF (Gibt es bereits zu dem Preis bei Switcher), trotzdem müssen die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern nachgebessert werden: Ökologische Produktion und faire Löhne für alle.
Wenn Sie die Macht hätten, was würden Sie sofort ändern?
Ich würde den Menschen Mut geben, visionär zu denken und die Herausforderungen des Grünen Wandels anzupacken.
Ihr persönlicher Nachhaltigkeitstipp zum Nachahmen?
Ich setze mich möglichst wenig der Werbung aus, sehe z.B. nicht fern. Denn Werbung erzeugt Bedürfnisse nach Dingen, die ich gar nicht vermisse ohne Werbung. Zudem bleibt mehr Zeit Freunde zu treffen und zusammen ein Bier zu trinken das ist nachhaltig!
Veröffentlicht am:
13:38:58 21.05.2012
Autor:
sarahmueller
Letzte Aktualisierung
13:52:53 21.05.2012
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